„Sind meine Verträge, AGB und Rechtstexte wirklich wasserdicht?“
Hand aufs Herz, wenn du dir diese Frage kurz vor einem Launch oder auch einfach mal so mitten in der Nacht oder beim Spielen mit deinen Kindern im Garten stellst, ist dieser Beitrag rund um alle Verträge im Online-Business für dich. Du bist Expertin für dein Thema – nicht für Paragraphen. (Aber hey, das ist ja auch mein Job;).) Gleichzeitig trägst du als Online-Unternehmerin die Verantwortung dafür, digitale Produkte und Online-Kurse rechtssicher zu verkaufen. Genau hier möchte ich dir den Druck rausnehmen.
In diesem Artikel zeige ich dir in Klartext:
- was rechtlich überhaupt als digitale Produkte und Online-Kurse gilt,
- welche Infos du deinen Kund:innen zwingend geben musst,
- welche Regelungen in Verträgen und AGB für Onlinekurse, Coachings & Memberships wichtig sind,
- und wie du dein Online-Business rechtssicher und professionell aufstellst – ohne Jurastudium.
1. Was sind „digitale Produkte“ in deinem Online-Business – und warum ist das wichtig?
Bevor wir über Verträge und AGB sprechen, lass uns kurz klären, worüber wir überhaupt reden. „Digitale Produkte“ klingt abstrakt – im Alltag sind das genau die Angebote, mit denen du wahrscheinlich täglich arbeitest.
Typische digitale Produkte & Angebote in deinem Online-Business sind zum Beispiel:
- E-Books, PDFs, Arbeitsmappen
- Online-Kurse (self-paced oder live)
- Mitgliederbereiche / Memberships
- Video- und Audio-Kurse, Aufzeichnungen von Workshops
- Templates, Checklisten, digitale Tools
- Online-Coachings, Beratungen, Programme per Zoom o.ä.
Sobald ein Produkt oder eine Leistung digital bereitgestellt oder online gebucht wird, bist du im Bereich „digitale Produkte / digitale Dienstleistungen“. Dann greifen spezielle Informationspflichten und Verbraucherrechte – und genau dafür brauchst du klare Verträge und bestenfalls AGB.
1.1. Digitale Produkte, Online-Kurse und Coachings – wo ist der Unterschied?
Für dein Bauchgefühl reicht diese Unterscheidung:
- Digitale Inhalte: Alles, was deine Kund:innen herunterladen oder streamen (E-Books, Selbstlernkurse, Videos, Audios, Templates).
- Digitale Dienstleistungen: Alles, was du live oder wiederkehrend online erbringst (Live-Coachings, Gruppenprogramme, Membership, laufende Betreuung).
Beides gehört zu deinem digitalen Business – und sollte in deinen Verträgen sauber benannt und beschrieben sein. So wissen deine Kund:innen genau, was sie bekommen – und du weißt, wofür du rechtlich einstehst.
2. Welche rechtlichen Pflichten hast du beim Verkauf digitaler Produkte?
Stell dir vor, dein Buchungsprozess ist wie eine kleine Reise, auf die du deine Kundin mitnimmst: Von der Verkaufsseite, über den Bestellbutton bis in den Kursbereich. Rechtlich musst du sie auf dieser Reise an bestimmten Punkten gut „beschildern“.
2.1. Wichtige Informationen vor dem Kauf (deine Informationspflichten)
Bevor jemand verbindlich bucht oder kauft, solltest du u.a. klar und verständlich erklären:
- Was genau verkauft wird
(Art des Produkts, Inhalte, Formate, Dauer, Zugangslänge) - Technische Voraussetzungen
(z.B. stabile Internetverbindung, bestimmte Browser, Plattformen) - Laufzeit & Zugriffsdauer
(z.B. 12 Monate Zugriff, Membership mit monatlicher Zahlung) - Preis & Zahlungsmodalitäten
(Bruttopreis, Ratenzahlung, Fälligkeiten) - Widerruf und Storno
(ob und wie widerrufen oder storniert werden kann – dazu gleich mehr)
Ein großer Teil dieser Infos gehört sowohl in dein Angebot (z.B. Salespage) als auch in deine Individualverträge für Online-Kurse und digitale Produkte, soweit du diese extra nutzt. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite und vermeidest Missverständnisse.
Wann schließt du überhaupt Verträge?
Einmal zur Einordnung: Einen Vertrag schließt du mit deiner Kundin ohnehin. Völlig egal, ob sie dabei ein Dokument unterzeichnet oder irgendwie anders digital signiert. Auch eine kurze E-Mail mit Worten wie “Ja, machen wir so.” könnte schon einen wirksamen Vertrag auslösen. Im Online-Business kommt es daher noch mehr als sonst irgendwo darauf an, dass die Punkte oben vor einer solchen Aussage alle klar geklärt wurden. Ansonsten kommt es gerade via Kommunikation über Social Media Accounts oder ähnlichem schnell zu Schwierigkeiten, wenn du die Frage beantworten willst, was deine Kundin eigentlich wie und wo für wieviele Euros bei dir gekauft hat.
Real Talk: Brauchst du überhaupt AGB?
Und noch etwas ist mir wichtig zu erwähnen: Keiner zwingt dich, in deinem Online-Business AGB zu benutzen. Ganz ehrlich. Es gibt keine Pflicht für Online-Unternehmerinnen Allgemeine Geschäftsbedingungen zu nutzen oder gar von Anwältinnen wie mir erstellen zu lassen. Aber trotz dieser Transparenz empfehle ich dir DRINGEND deine eigenen AGB. Warum? Weil du darin die Spielregeln für dein Business und vor allem für die Zusammenarbeit mit dir ein für allemal festlegst. Bestenfalls hast du also schon AGB bevor du die erste (zahlende) Kundin hast.
Künstliche Intelligenz als Anwaltsersatz?!?
Und nein, KI erstellt dir keine rechtssicheren AGB, die zu deinem Online-Business passen. Und ich nutze selbst täglich KI in meiner Kanzlei. Ich verstehe den Impuls, erstmal drauf zu verzichten, zu einer echten Anwältin zu gehen. Bitte tu es doch. Oder lass dir von mir für 0 € wenigstens erklären, warum KI keine Anwältin ist. Das mache in in meiner 10-teiligen E-Mail-Serie “Prompt and Protected”. Jedenfalls an einem Tag von 10. Die anderen Tage füllen wir mit diversen wichtigen Punkten rund um deine Arbeit mit KI im Online-Business. Be my guest und starte JETZT SOFORT mit der ersten Mail.
Aber jetzt zurück zum Thema:
2.2. Aktualisierungen & technische Pflege: Wie lange musst du „dranbleiben“?
Gerade bei Online-Kursen und Memberships spielt Technik eine große Rolle. Plattformen ändern sich, Updates kommen, Tools werden ausgetauscht.
Für dich heißt das in der Praxis:
- Du solltest Sicherheits- und Funktionsupdates so lange einplanen, wie deine Kund:innen vernünftigerweise mit der Nutzung rechnen dürfen (z.B. für die Vertragslaufzeit oder eine klar definierte Zeit nach dem Kauf).
- Lege in deinen AGB und Verträgen transparent fest,
- wie lange du Zugriff gewährst,
- ob und welche Updates inkludiert sind,
- wie du über wichtige Änderungen informierst (z.B. per E-Mail).
So vermeidest du Enttäuschungen („Warum ist der Kurs plötzlich weg?“) und rechtliche Grauzonen. Und auch wenn du es nicht gern hörst, aber “Lebenslanger Zugriff” auf Kurse ist sowas von total rechtlich daneben. Fangen wir mal mit den offensichtlichen Fragen an: Wessen Lebensdauer? Deiner? Das deiner Kundin? Ach des Kurses? Ahhh, da kommen wir der Sache schon näher. Du möchtest dich also nicht die n#chsten 50 + Jahre verpflichten, einen Kurs zu hegen und zu pflegen? Guess what, würde ich auch nicht wollen. Und passt halt auch null komma gar nicht in die Online-Business-Welt. Deshalb: Streiche das Wort “Lebenslang” gleich mal aus deiner Online-Business-Marketing-Strategie. Das macht die juristisch betrachtet nur Probleme.
2.3. Gewährleistung: Was, wenn etwas technisch nicht funktioniert?
Typisches Szenario: Eine Kundin meldet sich, weil der Login nicht klappt oder Videos nicht abspielbar sind.
Mit klaren Verträgen und AGB kannst du u.a. regeln:
- dass du bei technischen Problemen in einem angemessenen Zeitraum nachbesserst,
- welche Mitwirkungspflichten die Kundin hat (z.B. eigene Internetverbindung prüfen, Browser testen),
- in welchen Fällen Ansprüche ausgeschlossen oder begrenzt sind (im rechtlich zulässigen Rahmen).
Wichtig ist hierbei ein fairer, transparenter Ton. Deine Kundinnen wollen keinen Paragraphen-Krieg, sondern wissen: „Wenn etwas ist, kümmert sie sich – und ich weiß, was ich tun muss.“
3. Verträge & AGB für Online-Kurse und digitale Produkte: Was muss drinstehen?
Vielleicht fragst du dich: „Brauche ich wirklich einen extra Vertrag ODER reichen AGB?“
Vereinfacht:
- Der Vertrag (oder die Bestellbestätigung) beschreibt das konkrete Angebot: Was, wie lange, zu welchem Preis.
- Die AGB regeln die Spielregeln für alle deine Angebote: Zahlung, Storno, Haftung, Gewährleistung, Nutzung deiner Inhalte.
Beides zusammen sorgt dafür, dass dein Online-Business rechtssicher aufgestellt ist – ohne dass du jedes Mal neu verhandeln musst.
3.1. Wichtige Bausteine deiner Verträge & AGB
Diese Punkte sollten bei digitalen Produkten, Online-Kursen und Coachings unbedingt sauber geregelt sein:
- Klare Produktbeschreibung
- Art des Angebots (z.B. Self-Study-Kurs, 12-Wochen-Gruppenprogramm, Membership)
- Inhalte, Module, Formate
- Start- und ggf. Enddatum, Zugriffsdauer
- Nutzungsrechte an deinen Inhalten
- Wofür deine Kund:innen deine Inhalte nutzen dürfen (z.B. nur privat, keine Weitergabe, kein Wiederverkauf)
- Umgang mit Aufzeichnungen, Downloads, Materialien
- Preise & Zahlungsbedingungen
- Gesamtpreis, Ratenzahlung, Fälligkeiten
- Was passiert bei Zahlungsverzug? (z.B. Sperrung des Zugangs nach Ankündigung)
- Laufzeit, Verlängerung, Kündigung
- Besonders wichtig bei Memberships und Abo-Produkten
- Wann und wie kann gekündigt werden?
- Storno & Widerruf
- Ob es eine freiwillige Storno-Regelung gibt (vor Kursstart, bei Nichterscheinen usw.)
- Wie du das gesetzliche Widerrufsrecht im Online-Business sauber abbildest (Gilt nur im B2C Bereich)
- Gewährleistung & Haftung
- Was du zusicherst – und was nicht
- Klarstellung, dass du keine Erfolgsversprechen gibst (gerade in Coaching und Beratung)!!!!!!!!! (Ja, die Ausrufezeichen sind mein voller Ernst.)
- Kommunikation & Support
- Wie und in welchem Umfang du Support anbietest (z.B. E-Mail-Support innerhalb von X Werktagen)
3.2. Typische Fehler bei AGB für Online-Kurse & Coaching-Angebote
Was ich bei Online-Unternehmerinnen immer wieder sehe:
- AGB aus völlig anderen Branchen werden 1:1 übernommen.
- Wichtige Infos stehen nur im Sales-Text, aber nicht in den Rechtstexten.
- Widerruf, Storno und Zugangsdauer sind unklar oder widersprüchlich.
- Es fehlt eine saubere Regelung zur Nutzung der Inhalte (z.B. Weitergabe an Dritte).
Mit individuellen, auf dein Geschäftsmodell abgestimmten AGB für Onlinekurse, digitale Inhalte und Coachings ersparst du dir genau diese Baustellen – und sparst langfristig Zeit, Nerven und Geld.
4. Datenschutz & DSGVO im Online-Business: Was gehört in deine Verträge?
Datenschutz ist kein eigenes Universum neben deinem Business – er ist Teil deiner Prozesse. Gerade bei Online-Kursen, digitalen Produkten und Coachings fließen viele personenbezogene Daten.
Worauf du achten solltest:
- Datenschutzerklärung
- Klar, verständlich, aktuell
- Abbildung der Tools, Plattformen und Zahlungsdienstleister, die du nutzt
- Auftragsverarbeitungsverträge (AV-Verträge)
- Wenn Tools oder Dienstleister im Hintergrund Kundendaten für dich verarbeiten (z.B. E-Mail-Marketing, Kursplattform, Zahlungsdienstleister), brauchst du entsprechende AV-Verträge.
- Umgang mit Aufzeichnungen & Teilnehmerdaten
- Wenn du Live-Calls aufzeichnest: Nur mit Einwilligung
- Klare Info, wer Zugang zu Aufzeichnungen hat und wie lange
- Interne Prozesse
- Zugriff nur für berechtigte Personen
- Sicherer Umgang mit Passwörtern, Logins, Backups
Du musst keine Datenschutz-Expertin werden – aber es hilft enorm, wenn deine Verträge, AGB und Datenschutzerklärung miteinander „sprechen“ und deine tatsächlichen Abläufe abbilden.
5. Checkliste: In 7 Schritten zu rechtssicheren Verträgen im Online-Business
Nutze diese Liste gern als roten Faden, wenn du deine bestehenden Verträge und AGB prüfst oder neu aufsetzen lässt (Online-Anwältinnen wie ich lieeben eine gute Vorarbeit;).):
- Angebote sortieren
Welche digitalen Produkte, Online-Kurse, Memberships und Coachings bietest du konkret an? - Sales-Seiten prüfen
Sind Inhalte, Dauer, Preise, Leistungen und technische Voraussetzungen klar beschrieben? - Verträge / Buchungsbestätigungen strukturieren
Werden Produkt, Laufzeit und Preis sauber festgehalten? - AGB für Onlinekurse & digitale Produkte aktualisieren
Sind Widerruf, Storno, Laufzeit, Haftung und Nutzungsrechte klar geregelt? - Datenschutz & AV-Verträge checken
Passen deine Rechtstexte zu den Tools, die du nutzt? - Bestellprozess durchspielen
Sieht deine Kundin alle wichtigen Infos, bevor sie kauft? Muss sie AGB und Datenschutzerklärung aktiv akzeptieren? - Regelmäßige Updates einplanen
Prüfe deine Rechtstexte, wenn du dein Angebot änderst, neue Tools einbindest oder neue Launch-Modelle testest.
Damit legst du ein stabiles Fundament für dein rechtssicheres Online-Business – ohne dich im Paragraphendschungel zu verlieren.
6. Nächster Schritt: Deine Verträge stehen oder sind zumindest auf einem besseren Weg – jetzt noch KI & ChatGPT rechtssicher nutzen
Wenn deine Verträge und AGB für digitale Produkte und Online-Kurse stehen, taucht bei vielen Unternehmerinnen direkt die nächste Frage auf:
„Und wie ist das jetzt eigentlich mit KI und ChatGPT – vor allem mit DSGVO, Urheberrecht und Kundendaten?“
Genau dafür habe ich meinen 0 € Leadmagnet „Prompt and Protected“ entwickelt: eine 10-tägige E-Mail-Serie, in der du erfährst, wie du KI-Tools wie ChatGPT entspannt, DSGVO-konform und souverän in deinem Online-Business nutzt – ohne Panik und ohne Juristendeutsch.Prompt and Protected
In der Serie gehen wir u.a. darauf ein:
- was du aus rechtlicher Sicht mit KI-Texten machen darfst (nutzen, verändern, verkaufen),
- wie du typische Urheberrechtsfallen in Prompts vermeidest,
- wie du Kundendaten, interne Prozesse und Prompts als Geschäftsgeheimnisse schützt,
- und welche Kennzeichnungspflichten ab 2026 auf dich zukommen – mit genug Vorlauf, um dich in Ruhe vorzubereiten.Prompt and Protected
Wenn du also deine Verträge & AGB geklärt hast und als nächsten Schritt auch deine KI-Nutzung rechtssicher aufstellen möchtest, ist das deine logische Fortsetzung.
Hier kannst du dir die 0 €-E-Mail-Serie „Prompt and Protected“ sichern:
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