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Nutzt du KI für dein Online-Business? Cool, ich auch.

Damit du auch dabei die Spielregeln einhältst, hab ich für dich eine 10-tägige E-Mail-Serie geschrieben. Mir Prompt and Protected nutzt du KI rechtsicher. Mit maximal drei Minuten Aufwand pro Tag.

Kurze Übersicht, was in der E-Mail-Serie Prompt and Protected behandelt wird.
10 Tage KI im Online-Business: Rechtssichere Nutzung
Rechtsanwältin Anna Lena Stapelfeldt

Marketingrecht 2026

KI, DSGVO und Transparenz – Was du jetzt für dein Online Business wissen musst

Du planst gerade deine Marketingstrategie für 2026? Dann lass uns mal kurz innehalten und über das sprechen, was die meisten so gerne ignorieren: das Recht. Ja, ich weiß, klingt erstmal nicht nach Marketing. Aber glaub mir, wenn du das hier nicht auf dem Schirm hast, wird’s teuer. Oder peinlich. Oder beides.

In diesem Blogartikel nehme ich dich mit durch die wichtigsten rechtlichen Änderungen, die 2026 auf dich zukommen – mit einem klaren Schwerpunkt auf KI im Marketing. Denn genau da passiert gerade richtig viel. Der EU AI Act ist in Kraft, die Kennzeichnungspflichten werden scharf, und wenn du mit personalisierten Funnels und automatisierten Content-Maschinen arbeitest, dann brauchst du jetzt einen Plan.

Also, Kaffee holen, hinsetzen, und los geht’s.


Warum Marketingrecht 2026 wichtiger ist denn je

Lass mich mal kurz ausholen: Marketing hat sich in den letzten Jahren krass verändert. Wir haben Content-Maschinerien, die über KI laufen. Wir haben Personalisierung in Funnels, die so individuell sind, dass du dich fragst, ob der Algorithmus dich nicht besser kennt als deine beste Freundin. Wir haben Automatisierungen, die komplette Verkaufszyklen übernehmen.

Und all das ist auch total legitim. Aber – und jetzt kommt das große Aber – all das fällt unter rechtliche Regelungen. Die DSGVO war erst der Anfang. Der EU AI Act setzt jetzt noch einen drauf. Und wenn du im B2C-Bereich unterwegs bist, kommen im Sommer 2026 auch noch neue Verbraucherschutzregeln dazu.

Die gute Nachricht: Wenn du jetzt aufpasst und die Dinge richtig aufsetzt, bist du deiner Konkurrenz meilenweit voraus. Die meisten schlafen nämlich noch. Und ich bin ja großer Fan davon, Rechtssicherheit einfach als Teil der eigenen Positionierung zu begreifen.


Der EU AI Act: Was du über die KI-Kennzeichnungspflicht wissen musst

Okay, here we go. Der EU AI Act – oder auf Deutsch: die KI-Verordnung der Europäischen Union – ist das große Ding, wenn es um Künstliche Intelligenz geht. Das Ding ist bereits da, du kannst es komplett nachlesen. Aber – und das ist wichtig – die einzelnen Regelungen treten gestaffelt in Kraft.

Der Zeitplan: Wann gilt was?

Die KI-Verordnung ist am 1. August 2024 in Kraft getreten. Aber die verschiedenen Pflichten werden nach und nach scharf geschaltet:

  • Februar 2025: Verbote für bestimmte KI-Praktiken (z.B. Social Scoring, manipulative KI-Systeme)
  • August 2025: Erste Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme
  • August 2026: Die Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte werden vollständig durchsetzbar

Das heißt für dich: Ab August 2026 musst du KI-generierte Inhalte transparent kennzeichnen. Und zwar nicht irgendwie, sondern so, dass es für deine Zielgruppe klar erkennbar ist.

Was genau muss gekennzeichnet werden?

Hier wird’s spannend. Die Kennzeichnungspflicht betrifft vor allem:

Deepfakes und synthetische Medien: Wenn du Bilder oder Videos erstellst, die täuschend echt aussehen und echte Personen darstellen könnten, musst du das kennzeichnen. Das gilt auch für Audio-Inhalte – also wenn du eine KI-Stimme nutzt, die wie ein echter Mensch klingt.

Und mal ehrlich: Finger weg vom Nachbilden echter Persönlichkeiten. Das ist nicht nur wegen der KI-Verordnung problematisch, sondern auch wegen Persönlichkeitsrechten. Da möchtest du nicht reingrätschen, glaub mir.

KI-generierte Texte: Bei Texten ist es ein bisschen anders – und das überrascht viele. Du kannst durchaus KI-generierte Texte nutzen, ohne sie explizit zu kennzeichnen, WENN du die redaktionelle Verantwortung übernimmst. Das bedeutet:

  • Du hast den Text komplett gelesen und geprüft
  • Du hast Fakten und Querverweise gecheckt
  • Du stehst inhaltlich dahinter

Das klingt selbstverständlich, aber ich sehe so oft, dass Leute einfach Copy-Paste machen und nicht mal drüberlesen. Das ist nicht nur rechtlich riskant, sondern auch einfach… naja, unprofessionell.

Die verschiedenen Risikokategorien

Der EU AI Act teilt KI-Systeme in verschiedene Risikokategorien ein:

Unannehmbares Risiko (verboten):

  • Soziale Bewertungssysteme (Social Scoring)
  • Manipulation von Entscheidungen durch unterschwellige Techniken
  • Ausnutzung von Schwächen bestimmter Personengruppen
  • Biometrische Echtzeit-Identifikation im öffentlichen Raum (mit Ausnahmen)

Hohes Risiko:

  • KI in kritischen Infrastrukturen
  • Bildungs- und Beschäftigungsbereich
  • Wesentliche private und öffentliche Dienstleistungen

Begrenztes Risiko: Hier fallen die meisten Marketing-KIs rein. Das bedeutet vor allem: Transparenzpflichten. Deine Nutzer müssen wissen, wenn sie mit einem KI-System interagieren oder KI-generierte Inhalte konsumieren.

Minimales Risiko: KI-gestützte Spiele, Spam-Filter etc. – hier gibt’s kaum Auflagen.

Was bedeutet das konkret für dein Marketing?

Wenn du KI für dein Marketing nutzt – und lass uns ehrlich sein, wer tut das nicht – dann solltest du folgendes beachten:

  1. Dokumentiere, welche KI-Tools du nutzt und wofür
  2. Prüfe jeden KI-generierten Inhalt, bevor er rausgeht
  3. Kennzeichne Deepfakes und synthetische Medien klar
  4. Sei transparent in deiner Kommunikation

Und noch ein Tipp aus meiner Praxis: Fang jetzt schon damit an. Du hast noch bis August 2026, aber warum warten? Je früher du das in deine Prozesse integrierst, desto entspannter wird’s.


DSGVO und personalisiertes Marketing: Die Datenfrage

Okay, jetzt mal Butter bei die Fische. Personalisiertes Marketing ist der heiße Scheiß – und das völlig zurecht. Tags, Segmentierung, individualisierte Funnels, KI-gesteuerte Automatisierungen… das alles funktioniert richtig, richtig gut.

Aber: All das läuft über Daten. Und Daten bedeutet DSGVO. Und DSGVO bedeutet: Du musst verdammt nochmal aufpassen, was du tust UND auch hier einfach ehrlich bleiben.

Das Problem mit den gängigen Marketing-Tools

Viele der Standard-Tools, die im Online-Marketing genutzt werden, sind nicht gerade DSGVO-Vorzeigekinder. Server in den USA, unklare Datenverarbeitung, fragwürdige Weitergabe an Dritte… du kennst das.

Und ja, ich weiß, Manychat ist beliebt. Ich hab sogar einen Blogartikel geschrieben, wie du es halbwegs rechtskonform einsetzen kannst – der ist übrigens einer der meistgelesenen auf meiner Kanzleiseite. Aber mal ehrlich: Bin ich ein Fan? Nope.

Es gibt deutsche und EU-gehostete Alternativen, die deutlich DSGVO-konformer sind. Nicht weil ich patriotisch bin, sondern weil die Daten dann halt nicht in Drittländer geschickt werden. Und das macht einen Unterschied. Die deutsche Antwort auf Manychat heißt übrigens Superchat und ich bin ein Fan:).

Transparenz ist das A und O

Was mich zum eigentlichen Punkt bringt: Transparenz. Deine Kundinnen und Kunden müssen wissen:

  • Welche Daten du erhebst
  • Wohin diese Daten fließen
  • Welche Tools du nutzt
  • Ob KI an der Datenverarbeitung beteiligt ist

Das gehört in deine Datenschutzerklärung – und zwar nicht als kryptisches Juristendeutsch, das niemand versteht, sondern klar und verständlich.

Ich mache das bei mir so: Bevor jemand Mandantin bei mir wird, bekommt sie eine Datenverarbeitungsvereinbarung. Da steht genau drin, wo ich Daten speichere und welche KI ich für juristische Ausarbeitungen nutze. Die Server stehen in der EU, übrigens. Nicht in den USA.

Und weißt du was? Die meisten lesen sich das nicht durch. Wirklich, ich erlebe das ständig in Beratungsgesprächen. Aber darum geht’s auch nicht. Du bist nicht dafür verantwortlich, dass deine Kundin alles liest. Du bist dafür verantwortlich, dass sie eine informierte Entscheidung treffen KANN.

Meine Empfehlung für dein Online Business

Wenn dein Online Business wächst und erwachsener wird – ich hab da immer so ein Bild von Kinderschuhen zu Stilettos – dann wird das Thema Datenmanagement immer wichtiger. Meine Empfehlung:

  1. Mach einen Tool-Check: Welche Tools nutzt du? Wo sind die Server? Gibt es bessere Alternativen?
  2. Aktualisiere deine Datenschutzerklärung: Besonders wenn du KI oder stark personalisierte Automatisierungen nutzt
  3. Sei proaktiv transparent: Sag deinen Kunden, was mit ihren Daten passiert. Das ist nicht nur rechtlich sauber, sondern auch ein Vertrauens-Booster.

Neue Verbraucherschutzregeln im B2C-Bereich

Wenn du im B2C-Bereich unterwegs bist, dann aufgepasst: Im Sommer 2026 kommen einige Änderungen auf dich zu, die zwar nicht direkt Marketing sind, aber definitiv deinen Außenauftritt betreffen.

Der Widerrufsbutton

Das ist the big one. Die Faustformel: Wenn deine Kunden per Klick etwas buchen können, müssen sie auch per Klick widerrufen können.

Bisher reichte oft ein Formular, das per E-Mail zurückgeschickt werden musste. Das ändert sich. Die EU-Richtlinie, die dem zugrunde liegt, wird aktuell noch vom Bundestag finalisiert, aber die Richtung ist klar.

Wenn du eine eigene Plattform oder einen eigenen Shop betreibst, musst du dich damit auseinandersetzen. Wenn du über Drittanbieter wie Elopage, Digistore oder ähnliche verkaufst, werden die das vermutlich implementieren. Aber im Auge behalten solltest du es trotzdem.

Gewährleistungs- und Garantielabel

Für einige physische Produkte wird es Pflicht, die gesetzliche Gewährleistung auf der Produktseite sichtbar zu machen – mit einem standardisierten Label, das von der EU vorgegeben wird. Wenn du zusätzlich eine Garantie anbietest, brauchst du ein separates Garantielabel.

Stand jetzt betrifft das nur bestimmte physische Produkte, nicht digitale Produkte oder Dienstleistungen. Aber: Der Bundestag könnte das noch ausweiten. Ich halte dich auf dem Laufenden.


Greenwashing im Marketing: Vorsicht bei Nachhaltigkeitsversprechen

Das ist ein Thema, das ich in der Online-Business-Bubble noch nicht so oft sehe, aber ich bin mir sicher: Das kommt.

Wenn du Nachhaltigkeit in deinem Marketing versprichst – sei es, weil dein Produkt nachhaltig ist oder weil du Nachhaltigkeit als Wert proklamierst – dann musst du das belegen können. Nachhaltigkeitsversprechen ohne Nachweis? Das ist Greenwashing, und das geht gar nicht mehr.

Das gilt übrigens auch im B2B-Bereich. Also bevor du “nachhaltig” irgendwo hinschreibst: Kannst du das beweisen? Ja? Super. Nein? Lass es.


Werbekennzeichnung: Immer noch ein Dauerbrenner

Ich dachte, 2026 könnten wir das Thema endlich abhaken, aber nee. Immer noch sehe ich falsche oder fehlende Werbekennzeichnungen. Besonders im Affiliate Marketing und im Multilevel Marketing.

Also nochmal zum Mitschreiben:

  • Eigene Produkte bewerben: Du bewirbst etwas, das du selbst herstellst/anbietest. Die Kennzeichnungspflichten sind hier anders als bei…
  • Drittprodukte bewerben: Du bewirbst etwas für jemand anderen (Affiliate, Kooperation etc.). Das muss als Werbung gekennzeichnet werden. Punkt.

Und bitte, BITTE: Wenn du Manychat oder ähnliche Tools in den DMs nutzt, dann nur mit Einwilligung. Nicht einfach, weil dir jemand eine Nachricht geschrieben hat. Das ist kein Freifahrtschein für werbliche Automatisierungen.


Mein persönlicher Take: Seriosität als Marketingstrategie

Jetzt wird’s ein bisschen persönlicher, aber ich muss das loswerden.

Ich schaue gerade hinter viele Business-Strukturen und Marketing-Strategien. Und was mich echt manchmal fertig macht: Selbst die wertschätzendste, aufrichtigste Kommunikation in dieser Online-Bubble wird teilweise nur geführt, um langfristige Kundenbindung zu erreichen. Oder zumindest fühlt es sich für mich mittlerweile so an.

Versteh mich nicht falsch – Kundenbindung ist ein legitimes Ziel. Aber es ist eben Kundenbindung, keine Freundschaft. Es bleibt immer ein Machtgefälle zwischen jemandem, der zahlt, und jemandem, der liefert.

Ich war mal in einem Webinar, da hieß es: “Wenn du selbst als seriös wahrgenommen werden willst, kannst du das Webinar auch wieder verlassen. Das ist nur dein Peoplepleaser.”

Ähm, nein? Seriosität ist ein Wert. Ich finde den wichtig. Und ich möchte mit seriösen Unternehmen arbeiten.

Echte Loyalität entsteht nicht durch manipulative Verkaufsstrategien. Sie entsteht, wenn du ehrlich bist. Wenn du sagst, was du nicht weißt. Wenn du transparent bist. Wenn du nicht nur mit Personas sprichst, sondern mit echten Menschen.

Und genau DAS – diese Authentizität, diese Ehrlichkeit – das ist meiner Meinung nach die Marketingstrategie für 2026. Nicht noch mehr Automatisierung, nicht noch mehr KI-generierter Content, der nach nichts schmeckt. Sondern echt sein. Menschlich sein. Seriös sein.


Zusammenfassung: Deine Checkliste für 2026

Okay, das war viel. Hier nochmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

KI und Marketing:

  • Ab August 2026 greifen die Kennzeichnungspflichten des EU AI Act vollständig
  • Deepfakes und synthetische Medien müssen gekennzeichnet werden
  • Bei Texten: Redaktionelle Verantwortung übernehmen = keine Kennzeichnung nötig
  • Dokumentiere, welche KI-Tools du nutzt

DSGVO:

  • Prüfe deine Marketing-Tools auf DSGVO-Konformität
  • Aktualisiere deine Datenschutzerklärung
  • Sei transparent über Datenflüsse und KI-Nutzung

Verbraucherschutz (B2C):

  • Widerrufsbutton wird Pflicht bei Online-Buchungen
  • Gewährleistungs- und Garantielabel für physische Produkte

Allgemein:

  • Kein Greenwashing – Nachhaltigkeitsversprechen müssen belegbar sein
  • Werbekennzeichnung richtig machen
  • Seriosität und Transparenz als Grundpfeiler deiner Marketingstrategie

Du willst tiefer einsteigen?

Wenn du KI in deinem Online Business nutzt – und seien wir ehrlich, wer tut das nicht – dann hol dir meine zehnteilige E-Mail-Serie “Prompt and Protected” für 0€.

Jeden Tag bekommst du eine kurze E-Mail (2-3 Minuten Lesezeit) mit einem wichtigen Faktor zum rechtssicheren Umgang mit KI in deinem Online Business. Von Urheberrecht über Kennzeichnungspflichten bis hin zu praktischen Tipps für den Alltag.

Das brauchst du. Allein das Thema “Texte mit KI erstellen und Urheberrechtsverletzungen vermeiden” ist so wichtig, dass ich dazu auch einen Podcast gemacht habe – zum aktuellen GEMA-Urteil gegen OpenAI.

Kurze Übersicht, was in der E-Mail-Serie Prompt and Protected behandelt wird.
10 Tage KI im Online-Business: Rechtssichere Nutzung

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Disclaimer: Dieser Blogartikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung und dient ausschließlich informativen Zwecken. Wenn du konkrete rechtliche Fragen hast, wende dich bitte an eine Anwältin oder einen Anwalt. Natürlich geht das auch bei mir;). Dann nutz einfach das Kontaktformular:

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